Welche Schwächen haben Sie? Wenn Personaler fragen

12. Februar 2020 | Carolin Sprenger


Der Klassiker! Eine Frage, die vom Personaler gern gestellt (Ja, immer noch!) und vom Bewerber am meisten gefürchtet wird. Viele Ratgeber haben sich eine goldene Nase verdient mit besonders schlauen, witzigen, kreativen oder schlagfertigen Antwortmöglichkeiten. Doch aufgepasst! Der Personaler hat die Ratgeber wahrscheinlich auch gelesen und kennt die Antwort wohlmöglich schon. Er versteckt diese gefürchtete Frage vielleicht hinter anderen Fragen, um herauszufinden, was andere an Ihnen kritisieren könnten. Beispiel: Wie würden Kunden, Chefs, Kollegen oder Familie und Freunde Sie beschreiben? Auch beliebt beim Personaler sind sogenannte Skalenfragen: Auf einer Skala von, wie schätzen Sie sich …. ein? Ab welchem Wert wird eine Eigenschaft als Schwäche auslegt und wann wirkt es überheblich? In der Regel liegt die Antwort zwischen 7 und 9.
Was also tun? Denn die Frage nach den Schwächen wird kommen, egal in welchem Gewand.

1. Wie gut kennen Sie sich selbst?

Idealerweise haben Sie sich schon einmal mit Ihren Stärken und Schwächen auseinandergesetzt. Selbstreflexion ist wichtig und ermöglicht persönliches Wachstum. Sie wissen, was Sie können und was nicht. Sie sind in der Lage, Ihre Stärken zur Geltung zu bringen und Ihre Schwächen dabei nicht auszureizen.

2. Nobody is perfect!

Und das wissen auch Personaler. Wir leben in einer schnelllebigen Welt. Unsere Aufgaben bzw. die Art und Weise, wie wir arbeiten, ändert sich – und das oft schneller als uns lieb ist. Wer immer hundert Prozent geben will, sorgt unter Umständen für Verzögerungen und kostet einem Unternehmen somit Zeit. Wenn Sie Ihren Job verstehen und sich selbst kennen, wissen Sie auch, wann 80 und wann 120 Prozent zu geben sind.

3. Vermeiden Sie Floskeln

Antworten Sie auf die Frage „Welche Schwächen Sie haben“ mit „Teamfähigkeit“, „Perfektionismus“ oder „Humor“, rufen Sie zu hoher Wahrscheinlichkeit ein „Augenrollen“ Ihres Gegenübers hervor. Vermeiden sie standardisierte Antworten, die auch in vielen Ratgebern zu finden sind, denn diese hören Personaler nicht zum ersten Mal. Vermeiden Sie unbedingt auch den Ratschlag, Ihre Schwächen in Stärken umzuwandeln.

4. Bereiten Sie sich vor

Sie haben es wohl schon geahnt: Vorbereitung ist alles. Zumindest gehen Sie gut vorbereitet dann auch selbstbewusster und sicherer in wichtige, schwierige Gespräche. In diesem Fall heißt es, untermauern Sie Ihre Stärken und auch Ihre Schwächen mit relevanten, zu Stelle passenden Beispielen. Was verbirgt sich dahinter? Wie setzen Sie diese ein? Wir haben bereits gelernt: „Nobody is perfect“. Jeder Mensch hat Schwächen. Entscheidend ist der Umgang damit. Wir plädieren für Akzeptanz, Offenheit und Ehrlichkeit.

5. Seien Sie ehrlich

Letztlich geht es dem Unternehmen darum, langfristig Erfolg sicherzustellen. Und das gelingt nur, wenn das Unternehmen die individuellen Persönlichkeiten und Potenziale seiner Mitarbeiter kennt und fördert, um jene zielgerichtet und wirksam einzusetzen. Das setzt voraus, dass offen und ehrlich über Stärken und Schwächen gesprochen wird. Dazu tragen unbedingt beide Seiten bei, denn auch Sie möchten in einem Umfeld arbeiten, in dem Ihr Potenzial erkannt und geschätzt wird.

6. Keine Antwort ist auch keine Lösung

Wie würden Sie von uns denken, wenn wir hier keine Antwort geben? Richtig!

7. Seien Sie aufgeregt

Sie haben es bis hierher geschafft. Sie haben sich mutig mit sich selbst auseinandergesetzt und wissen nun sehr viel über sich. Was kann also passieren? Egal, wie das Gespräch verläuft: Wir sind uns sicher, dass Sie im Anschluss an Stärke gewonnen haben. Aufregend, oder?

Viel Erfolg!

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Wenn Sie schon nach Schwächen befragt worden sind, lässt die Frage nach den Stärken nicht auf sich warten. Wie finden Sie Ihre Stärken und Schwächen heraus? Diese Fragen und Methoden helfen Ihnen bei der Vorbereitung: Bitten Sie Freunde, Bekannte oder auch Fremde, diese Frage für Sie zu beantworten. Für welche Sachen werden Sie immer wieder gelobt? Auf welche Sachen werden Sie häufig hingewiesen, diese besser zu machen? Was machen Sie gern? Wie reagieren Sie bei Stress?

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Sie möchten sich diesen und weiteren Fragen stellen, um herauszufinden, welche Ziele und Wünsche Sie mit einem Job verbinden? Wir wollen, dass Sie einen Job finden, der wirklich zu Ihnen passt. Um das herauszufinden, verwenden wir den Karrierepiloten. Christian Kersten und Sabine Meinecke stehen Ihnen für weitere Infos zur Verfügung.

Auch gut zu wissen! Mit diesen 7 Tipps geraten Sie bei der Frage „Warum sollten wir gerade Sie einstellen?“ nicht ins Schwitzen.


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