Fünf Fragen zur Unternehmensnachfolge

5. November 2020 | Carolin Sprenger


Beantwortet von Carola Hoffmann:

Welche Expertise bringt az beim Thema Unternehmensnachfolge mit?

Wir sind eine inhabergeführte Personalberatung, die 1981 gegründet wurde. Und eben weil wir inhabergeführt sind, wissen wir, wie wichtig das Thema Unternehmensnachfolge ist, welches Herzensthema dahinter steckt. Deshalb sind wir der richtige Partner, um andere inhabergeführte Unternehmen auf diesem Weg zu begleiten – fachlich wie emotional unterstützend. Mit 40-jähriger Expertise ausgestattet, verfügen wir über ein riesiges Netzwerk an Führungskräften und Entscheidern aus KMUs. Dort verbergen sich viele potenzielle Unternehmensnachfolger.

Welche Leistungen bietet az an?

Aller Anfang startet mit der Erarbeitung einer Strategie. Ein Zeitplan muss erstellt werden. Aus welchem Umfeld können potenzielle Nachfolger kommen? Welches Übergabemodell ist am besten geeignet, welche Stakeholder hole ich an Bord?

Der nächste Schritt beinhaltet die Ist-Aufnahme der aktuellen Unternehmenssituation. Dabei bereiten wir alle wichtige Eckdaten und -zahlen auf, von der Rechtsform, über den Umsatz, die Mitarbeiterzahl, technische Ausrüstung etc. bis hin zu Markttrends, Marktlage und Konkurrenzsituation.

In Schritt drei wird die Persona erarbeitet – ein genaues Bild, wie die ideale Nachfolge aussehen soll. Die „präzise Persona“ ist das Fundament für eine gezielte Suche. Für diese greifen wir auf unser riesiges Netzwerk an Geschäftsführern und kaufmännischen Leitern zu. Außerdem nutzen wir die Executive Search für die Direktansprache potentieller Nachfolger. Für die Due-Diligence-Prüfung arbeiten wir mit kompetenten Partnern zusammen, die wir zur Bewertung und Berücksichtigung steuerlicher und rechtlicher Aspekte empfehlen können.

Nach dem Finden der Nachfolge geht es mit der Onboarding-Phase weiter. Diese stellt alle wichtigen Weichen für das künftige Unternehmenshaupt. Hier unterstützen wir mit Coaching-Prozessen den Noch- und den Neu-Unternehmer, denn fachliche oder persönliche Fehler, die in dieser Phase entstehen, können schlimme Folgen haben. 

Wie gehen Sie vor, wenn Ihr Mandant plant, sein Unternehmen zu veräußern?

Wir agieren als Berater, Headhunter und Coach. Wir starten mit einem langen, intensiven Gespräch zu Zahlen, Daten, Fakten, Wünschen, Vorstellungen und Emotionen. Nach dieser Bestandsaufnahme entwickeln wir eine Strategie, spannen unser Netzwerk ein und definieren die „ideale Persona“ und suchen diese. Wenn diese gefunden ist, dann gilt es wasserfeste Verträge zu machen und die Nachfolge professionell an Bord zu holen. Wir begleiten unsere Mandanten so lange, bis wir nicht mehr vonnöten sind.

Wie groß ist der emotionale Faktor?

Ich führe erfolgreich ein Unternehmen und es gibt weder aus dem familiären noch dem Mitarbeiterkreis einen Kandidaten, der für die Nachfolge in Frage kommt. Ich möchte nicht liquidieren, sondern mein Unternehmen weitergeführt sehen. Ich möchte, dass mein geschaffenes Fundament weiter Früchte trägt und meine Mitarbeiter alle ihren Arbeitsplatz behalten. Auf einmal heißt es, sich von „seinem Baby“ zu verabschieden, nachdem man über Jahrzehnte alles zum Gedeih seines Unternehmens geleistet hat. Das ist ein hoch emotionaler Moment. An dieser Stelle sachlich und pragmatisch zu handeln, ist eine große Herausforderung, denn hier geben Unternehmer einen ihrer wichtigsten Lebensinhalte auf. Es heißt loslassen. Darin tun sich Menschen schwer. Zweifel und Interessenkonflikte tauchen in einem Nachfolgeprozess fast immer auf. Diese sollten mit einem Coach beleuchtet und aus dem Weg geräumt werden. Auch das ist eine unserer wichtigen Leistungen im Nachfolge-Prozess.

Was sind Schlüsselfragen bei der Nachfolge?

Der zeitliche Aspekt ist ein wichtiger Faktor. Eine erfolgreiche Unternehmensnachfolge wird nicht über Nacht gefunden. Es bedarf rechtzeitig damit loszulegen, denn die Nachfolge muss nicht nur gefunden werden, sondern idealerweise auch noch eine Weile parallel zu Ihnen tätig sein. Dann kann sogar ein Vorlauf von fünf Jahren sinnvoll sein. Wenn es hoppla hopp gehen muss, dann sind acht Monate schon ein knapper Zeitrahmen.

Und ganz wichtige Fragen sind: Möchte ich noch weiter im Unternehmen tätig sein oder so schnell wie möglich aussteigen? Wie plane ich meinen Ausstieg? Möchte ich den Kaufpreis auf einen Schlag erhalten oder verteilt über mehrere Jahre? Wie sichere ich die Arbeitsplätze meiner geschätzten Mitarbeiter? Diese Fragen müssen eindeutig beantwortbar sein.

Und last but not least geht es um den finanziellen Aspekt. Wird ein Direktverkauf mit einer sofortigen Kaufsumme angestrebt oder eine Leibrente oder ein Earn-Out?


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