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Noch mehr „Feelgood“? Erkenntnisse aus unserem HR-Breakfast

Anette Frisch | 6. März 2019

Photo by Pascal Swier on Unsplash

„Noch mehr „Feelgood“? – Wie sollten Unternehmen mit den wachsenden Ansprüchen von Mitarbeitern umgehen?“
Das war das Thema unseres letzten HR-Breakfasts, bei dem Sylvia Deller (ehem. VP People & Culture bei wefox, seit März Senior HR Business Partner bei HelloFresh) zu Gast war.
Tausend Dank an Sylvia und unsere großartigen TeilnehmerInnen, die mit viel Energie und zahlreichen Ideen zu einer lebhaften Diskussion beigetragen haben!

Hier die wichtigsten Erkenntnisse, die ich aus unserem lebhaften Austausch gezogen habe:

Der Arbeitsmarkt macht Druck

Ja, die derzeitige Arbeitsmarktsituation macht Unternehmen Druck, sich als attraktive Arbeitgeber darzustellen. Und ja, Benefits in Form von Obstkörben, Fitness-Angeboten und Events gehören (zumindest in den meisten Branchen) zum Standard.
Liegen zwei gleichwertige Angebote vor, wird sich der Bewerber vermutlich für das Unternehmen entscheiden, das die Benefits bietet, die für ihn wichtig sind. Ob das die Sojamilch, der Kickertisch oder das Sabbatical sind, entscheidet der Bewerber ganz individuell.

Was braucht es für eine gute und langfristige Zusammenarbeit?

Die Antwort auf die Frage „Wie bekommen und halten wir die Mitarbeiter, die wir wollen?“ lautet nicht „Durch noch mehr Feelgood.“

Die Basis für eine gute und langfristige Zusammenarbeit ist und bleibt die Vision und Mission eines Unternehmens, die klar kommuniziert und auch gelebt wird.
Mitarbeiter, die sich mit der Unternehmenskultur identifizieren und das Gefühl haben, einen sinnvollen Beitrag zum Erreichen der Vision zu bringen, brauchen keine Massagen, um zu bleiben (siehe Stepstone-Studie von 2018).
Hier sind die Führungskräfte gefragt! Deren Aufgabe ist es, jedem einzelnen Mitarbeiter zu verdeutlichen, welchen Beitrag er zum großen Ganzen leistet.

Denn, da waren wir uns alle einig, fehlende Wertschätzung und Sinn sollen nicht durch Benefits „überpflastert“ werden.

Was bedeutet das nun für Unternehmen?

Schritt 1: Die Hausaufgaben machen. D.h., die eigene Vision und Mission klar formulieren und transportieren (sowohl nach innen als auch nach außen), Werte leben und an der Führung arbeiten.

Ist das gegeben, folgt Schritt 2:
Den Mitarbeitern auch weiterhin „Feelgood“-Maßnahmen bieten. Diese sollten Sinn ergeben, d.h., direkt aus der Vision des Unternehmens abgeleitet sein.
Z.B. ist es für den Anbieter von Campingausrüstung durchaus sinnvoll, eine Teamreise zu machen, die nicht nur dem Teambuilding dient, sondern in denen das Equipment gleich ausprobiert wird.

Es empfiehlt sich, die bereits bestehenden Benefits der Prüfung zu unterziehen, ob sie auch wirklich zum Unternehmen passen. Da gibt es sicherlich das ein oder andere liebgewonnene „Goodie“, das abgeschafft werden sollte.
Hier gab es ein deutliches Plädoyer eines Teilnehmers dafür, keine Angst davor zu haben, Benefits abzuschaffen (solange es nicht die Club Mate ist :-)).
Wichtig ist: klar und nachvollziehbar kommunizieren (das gilt natürlich auch für Dinge, die neu eingeführt bzw. beibehalten werden)!

Sehr gut gefallen hat mir hier der Tipp einer Teilnehmerin: Lieber weniger Benefits anbieten, in diese aber dafür viel Liebe reinstecken! Z.B. den zusätzlichen Urlaubstag in einem persönlichen handgeschriebenen Brief mitteilen, statt ihn einfach ins HR-System einzutragen.

Ich wünsche allen viel Erfolg beim Finden der Benefits, die wirklich Sinn machen!

Für alle, die mitdiskutieren wollen: Aufgrund der großen Nachfrage findet am 09.04. ein weiteres HR-Breakfast zu diesem Thema statt.
Anmeldungen direkt bei mit unter frisch@az-personalkonzepte.de oder 030-32 77 59 77

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