Agile Führung

2. November 2020 | Christian Kersten


Flexibilität wird im Arbeitsalltag immer relevanter. Unternehmensstrukturen werden angepasst und Hierarchieebenen abgebaut. Viele unserer Trainingsteilnehmer wollen und sollen agiler arbeiten und müssen sich stetig an wechselnde Kundenbedürfnisse anpassen. Kontinuierliche Änderungen im eigenen Arbeitsumfeld sind dadurch selbstverständlich. Nicht jedem fällt es leicht, sich darauf einzustellen. Auch Führungskräften nicht. Denn für sie heißt es nun „Arbeit 4.0″ braucht „Führung 4.0“. Was agile Führung bedeutet und was wir damit zu tun haben, erfahrt ihr im Blogbeitrag.

Hinter uns liegen Zeiten von der Entwicklung der Dampfmaschine (Arbeit 1.0) über die Massenproduktion und Fließbandarbeit (Arbeit 2.0), den Wechsel zur Dienstleistungs- und Wissensgesellschaft (Arbeit 3.0) hin zum Zeitalter des Internet der Dinge, der Arbeit 4.0. Buzzwords wie Big Data, Cloud Technology oder Smart Factory prägen unser Arbeiten. Die Digitalisierung ist nahezu überall.

Arbeit 4.0

Was ist heute anders als früher? Wandel gab es doch eigentlich schon immer! Heute vollzieht sich dieser jedoch viel schneller. Veränderungszyklen sind kürzer, Bedürfnisse ändern sich schneller, Unternehmen verschwinden von einem Tag auf den anderen und der Mensch hat immer weniger Zeit, sich auf all das einzustellen. Für Unternehmen und Führungskräfte sind die Herausforderungen dadurch enorm. Mitarbeiter arbeiten anders zusammen, Strukturen sind agil und neue Geschäftsmodelle etablieren sich.

Was heißt das für die Führung?

Führung 4.0 ist komplex und vielschichtig. Agile Führung ist ein Mindset – also eine Haltung, eine Denkweise, die es den Mitarbeitern ermöglichen soll, sich schnell und flexibel an die Bedürfnisse der Kunden und Märkte anzupassen.

Die Aufgabe der Führungskräfte ist es, ihnen Gestaltungsspielräume und Freiheiten einzuräumen, um den Bedürfnissen gerecht werden zu können. Agile Führungskräfte geben Orientierung und schaffen notwendige Rahmenbedingungen, um die Selbstorganisation des Teams zu sichern. Aufgabe des Teams ist es dann, sich intern zu organisieren und die Aufgaben entsprechend der vorhandenen Kompetenzen zu verteilen – unabhängig vom Vorgesetzten.

Für die Führung bedeutet dies, dass sie einerseits Verantwortung abgeben und sich von der Sorge des Machtverlustes befreien, andererseits ihre Mitarbeiter in ihrer Eigenverantwortung befähigen müssen. Hier nicht in alte Muster zurückzufallen, ist vor allem bei der Einführung agiler Arbeitsformen wichtig. Häufig sind Führungskräfte mit der Situation konfrontiert, dass Mitarbeiter zwar mehr Verantwortung für ihre Entscheidungen übernehmen sollen, davor jedoch zurückscheuen und dies lieber an den Vorgesetzten abgeben möchten. In der agilen Welt bleibt die Führungskraft jedoch im ersten Schritt außen vor und muss dem Drang widerstehen, Brände sofort allein löschen zu wollen.

Agile Führungskräfte sind Moderatoren, Mentoren und Coaches zugleich. Sie bedienen sich Coachingwerkzeugen, die die Kommunikation unterstützen, und agiler Methoden, um die Komplexität der Arbeit zu bewältigen.

Der Ansatz der agilen Führung ist nicht neu. Seit Jahrzehnten werden agile Methoden wie das Framework Scrum in der IT-Branche eingesetzt. Inzwischen hat sich der Erfolg agiler Arbeitsformen herumgesprochen, sodass immer mehr deutsche Unternehmen auf den „Agilitätszug“ aufspringen. Zugleich ist Agilität kein Allheilmittel. Nicht jedes Problem lässt sich damit lösen, nicht jeder Mensch kann unter agilen Bedingungen arbeiten und nicht jedes Team verträgt gleich viel Agilität. Agilität ist keine Methode, die sich überstülpen lässt, sondern bedarf eines Kulturwandels und eines respektvollen Umgangs untereinander. Denn nur dann können sich die Teammitglieder selbst organisieren und innovativ arbeiten.

Sie wollen auch agil führen?

Dann kontaktieren Sie unsere az Akademie. In einem der sechs Module des Leadership Trainings dreht sich ein ganzes Wochenende alles um das Thema agile Führung, agile Methoden, neue Rollen in Teams und eigenverantwortliches Arbeiten. Für mehr Infos und/oder die direkte Anmeldung zum Training, klicken Sie hier.


Share


Fünf Fragen zur Unternehmensnachfolge

5. November 2020, Carolin Sprenger


"Beantwortet von Carola Hoffmann: Welche Expertise bringt az beim Thema Unternehmensnachfolge mit? Wir sind eine inhabergeführte Personalberatung, die 1981 gegründet…"

weiterlesen

Change Management

2. November 2020, Carola Hoffmann


"Nichts ist so beständig wie der Wandel. Den Satz kennen wir alle. Tag für Tag stehen Mitarbeiter vor der Herausforderung,…"

weiterlesen

Was macht gute Führung aus?

2. November 2020, Carolin Sprenger


"Unzufriedene Mitarbeiter, überforderte Führungskräfte – in unserem Berufsalltag begegnen wir leider häufig den Auswirkungen schlechter Führung. Doch was macht gute…"

weiterlesen